Entwicklung und Geschichte des MIG Kampfflugzeugs

Die MIG (Mikojan-Gurewitsch) Kampfjets wurden ursprünglich in der Sowjetunion entwickelt und gebaut. Während des Kalten Krieges wurden sie von der sowjetischen Regierung als Gegenstück zu den amerikanischen F-15 und F-16 Fliegern in Auftrag gegeben. Sie sollten im Fall eines Krieges die Überlegenheit der Luftwaffe des Warschauer Pakts sicherstellen.
Dennoch stellte der Aufbau keinen wirklich großen Schritt in der Kampfjet Entwicklung dar. Sie waren der amerikanischen Luftwaffe bestenfalls ebenbürtig. Beim einzigen Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten im Kosovokrieg 1999 wurde eine MIG-29 jedoch von einem niederländischen F-16 Kampfjet abgeschossen.
Seit 1983 wurden die Mehrzweckkampfflugzeuge erstmals vom Militär genutzt, wobei der Erstflug bereits am 6. Oktober 1977 stattfand. Seit dem werden die MIG in Serie produziert. Auch heute noch findet man einige modernisierte Formen des Kampfflugzeugs beim Militär mehrerer Nationen. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat nach der Wiedervereinigung 24 MIG-29 von der Nationalen Volksarmee der DDR übernommen. Nach einer Modernisierung von Hardware und Software wurden die Flugzeuge der deutschen Luftwaffe unterstellt. Zu den Umrüstungen, die teilweise von den USA finanziert wurden, gehörten unter anderem zusätzliche Unterflügelkraftstofftanks, ein verbessertes Waffensystem und ein neues Navigationssystem. Stationiert wurden die Maschinen in der Nähe von Rostock beim Jagdgeschwader 73. Die Aufgabe der neuen Kampfjets war vor allem die Sicherung des deutschen Luftraums.
Nach der Einführung des Eurofighter wurden die MIG an Polen übergeben, wo sie generalüberholt wurden und an die dortigen Bedürfnisse und Gegebenheiten angepasst wurden. Ziel dieser Aktion war es, die diplomatischen Beziehungen zu dem, aus damaliger Sicht, neuen EU Mitglied zu verbessern. Seit dem befindet sich nur noch eine MIG in deutscher Hand. Diese kann im Luftwaffenmuseum Gatow besichtigt werden.
Den größten Bestand hat jedoch weiterhin Russland mit etwa 400 Maschinen. Diese sollen zurzeit modernisiert bzw. zum Teil durch andere Kampfjets ersetzt werden. Die weiteren Einsatzstaaten befinden sich größtenteils in Asien und Osteuropa. Allerdings besitzen auch die USA, einige Länder in Afrika und Peru mehrere Exemplare.

Aufbau und technische Ausstattung

Bei dem MIG Kampfjet waren vor allem die besonderen Flugeigenschaften zur damaligen Zeit einzigartig. So konnten die MIG, dank eines speziellen Flugstrahls und einer optimal abgestimmten Tragflächenkonstruktion, besondere Flugeigenschaften vorweisen. Ein Beispiel hierfür ist das so genannte Kobramanöver, bei dem das Fluggerät für kurze Zeit in der Luft steht. Dies war besonders bei Luftkämpfen von großem Vorteil.
Ein weiteres typisches Merkmal der MIG waren die Vorkehrungen zur Vermeidung von eindringenden Fremdkörpern in Form von großen Klappen an den Luftansaugschächten.
Was die Bordelektronik angeht, so waren die sowjetischen Kampfjets mit den neuesten technischen Features ausgestattet, die damals zu haben waren. So befinden sich im Cockpit ein 16-Bit-Bordcomputer, mehrere Monitore und ein Sensorsystem, mit dem der aktuelle Stand des Fluggeräts ermittelt werden konnte. Dadurch wurde dem Piloten durch die Bordelektronik direkt mitgeteilt, wenn es irgendwo zu Komplikationen oder ähnlichem kam.
Die Reichweite des Radars liegt bei etwa 70 km und die des Laserentfernungsmessers bei etwa 7 km. Außerdem hatte der Pilot die Möglichkeit, alle Ziele mithilfe seiner Helmvisieranlage zu markieren und an die Zielsuchköpfe der Waffen weiterzugeben. Allerdings brachte diese nur im Nahkampf einen wirklichen Vorteil. Im Fernkampf waren/sind die MIG oftmals, aufgrund der schlechteren Avionik, ein leichtes Ziel für feindliche Jäger. Außerdem konnten sie hier ihre verbesserte Wendigkeit kaum zum Einsatz bringen.
Im Bereich Bewaffnung sind dem MIG Kampfjet kaum Grenzen gesetzt. Zusätzlich zu der Kaliber 30mm Bordkanone konnten bis zu sechs beliebige Raketen unter den Flügeln oder am Rumpf befestigt werden. Dies alles kann sich jedoch von Modell zu Modell unterscheiden. Mittlerweile gibt es unzählige Varianten der MIG, da jede Nationen spezielle Veränderungen am Kampfjet durchgeführt hat. Somit lassen sich die technischen Merkmale, wie Höchstgeschwindigkeit usw. nicht problemlos nennen.