Militärs haben keinen Geschmack
Stillgestanden, Soldat!
Beim Militär sind alle gleich. Jeder hat die selben Klamotten, in der Farbauswahl sind sie stark beschränkt. Während vor 50 Jahren dunkle Töne getragen wurden, ist dies heute noch der Fall. Dies ist wichtig für das Überleben in freier Wildbahn, denn der Feind darf einen Soldaten nicht sehen. Eine MiG in rosa Farbe würde jedes Geschütz ohne Probleme aufspüren und abschießen. Noch schlimmer wäre so eine Uniform in der Infanterie. Der Fußsoldat wäre ein leichtes Ziel und hätte im Kampf keine Chance. Schuhregale dürfen nicht mit beliebigen Schuhen gefüllt werden, jeder Soldat hat schwarze Stiefel. Diese sind auf Effizienz und Stabilität ausgelegt.
Für die Disziplin im Militär ist das Prinzip der Gleichheit überlebenswichtig. Jeder Soldat hat die gleichen Rechte. Ein Offizier hat mehr zu sagen, doch jeder Dienstgrad ist eindeutig geregelt. Auch er hat seine fest vorgeschriebene Uniform, es werden keine Ausnahmen gemacht. Dieses Prozedere ist wichtig für die Disziplin einer Armee. Nur wenn alle gleich sind, kämpfen sie zusammen in einer Schlacht. Eine Einheit muss wissen, wie sie handeln soll. Dies erkennt sie an den Uniformen ihrer Kameraden. Der Offizier sticht durch äußerlich erkennbare Merkmale hervor. Daran sehen die Soldaten sofort, wem sie gehorchen müssen. Dies gilt auch für den Offizieren, denn er muss im Gegenzug wissen, wer seine Soldaten sind.
Überleben in hoher Luft
In hoher Luft gibt es keinen Kommandanten, alles läuft über Funk ab. Deshalb wäre es im Grund egal, was der Pilot trägt. Doch hier werden keine Ausnahmen gemacht, denn früher oder später muss dieser wieder landen. Wenn er das in Freizeitklamotten tun würde, wäre dies ein ziemlich komisches Bild am Boden. Die Kleidung ist je nach Dienstgrad angepasst, auch für Piloten gibt es unterschiedliche Rangpositionen. Befehle müssen befolgt werden und da spielt das Prinzip der Gleichheit eine wichtige Rolle. Oft ist die betroffene Uniform an äußere Bedingungen angepasst. Der Pilot sollte nicht ins Schwitzen kommen oder vor Kälte frieren, ansonsten könnte es Probleme mit der Steuerung geben. Deshalb zählt da nicht die Schönheit der Uniform, sondern wie praktisch diese ist. Beistelltische können mit Alternativen beladen werden, doch im Endeffekt muss ein Pilot die ihm vorgeschriebene Kleidung anziehen.
Am Boden könnte nun der Soldat seine Kleidung wechseln, wieso sollte er sie noch in der Kasernen tragen? Nichts geht über Disziplin, auch hier ist diese oberstes Gebot. Das Militär ist straff organisiert und da kann sich keiner einen Fehler erlauben. Auf Kleinigkeiten wie modische Schönheit und trendige Styles wird in einer MiG nicht geachtet. Es zählt nur die Ästhetik eines Flugs.
Fronturlaub
Unglaublich aber wahr: Auch Soldaten kommen einmal heim. Gelegentlich dürfen sie ihre liebsten Familien sehen und kommen auf den Genuss, Feste zu feiern. Da es beim Militär andere Sorgen als Klamotten gibt, verfügt ein Soldat über wenig Auswahl. Er hat kaum Zeit zum Shoppen und muss dies vor Ort nachholen. Neue modische Trends sind komplett an ihm vorbeigegangen und mit viel Pech hat sogar die Mutter für ihn eingekauft. Bestimmt weiß er nicht, welche Glühbirnen er für seine Lampen kaufen muss.
Eine andere Gruppe von Personen muss sich erst wieder in das gesellschaftliche Leben einfügen. Wer sich für einige Jahre fest verpflichtet hat, kommt erst nach langer Zeit wieder aus dem Ausland zurück. Handelt es sich dann um 5 Jahre oder mehr, ist an dem Soldaten viel vorbeigegangen. Er hat höchstens aus dem Fernseher die neuesten Trends aufgeschnappt, doch im Ausland tut es die Militärkleidung völlig. Auf einer normalen Straße in Deutschland hat Militärkleidung nichts verloren, wer sie trägt, wird schief angeschaut. Dies hat mit der Vergangenheit unseres Staates zu tun. Als Lehre aus alten Zeiten wird in Deutschland der Pazifismus bevorzugt.